Finale Feldrunde Fußball 2015

SIEG IM FINALE: Zinnowwaldfußballerinnen sind Berliner Meister!

Ehrung der siegreichen Fußballerinnen auf dem Schulhof der Zinnowwaldschule

Die Schulleiterin Frau Mojem ließ es sich nicht nehmen, unseren Siegerinnen persönlich zu gratulieren.

Fußballkrimi bis zur letzten Minute und Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft

Nachdem sich die Mädchen am Montag, den 29.06.15 mit ihrem triumphalen 7:1 Halbfinalsieg den Einzug ins Finale sicherten, ging es damit noch in der gleichen Woche weiter.  Am Freitag den  3. Juli fand in Wittenau der, wie es offiziell heißt „Landesentscheid der Berliner Schulen im Fußball 2014/2015“ statt.

Die Mädchen machten es dieses Mal hoch spannend. Bis zur letzten Minute war der Ausgang des Spiels noch ungewiss. Zwar hatten unsere Kickerinnen mit einem Tor in der ersten Halbzeit die Führung erobert, doch war bis zum Schlusspfiff offen, ob sie die Führung auch halten können. Als nach sechzig wahrhaft schweißtreibenden Minuten der erlösende Pfiff kam, kannte der Jubel keine Grenzen mehr.

Noch nie war ein Fußballteam der Schule in der Feldrunde so weit gekommen! Im September geht es für die Mädchen als Vertreterinnen des Landes Berlin nach Thüringen zur Deutschen Meisterschaft. Eine Wahnsinnsleistung und ein Riesenerfolg für das noch junge Mädchenfußballteam unter der Führung von Trainer Jörg Beyer.

Zum Spiel:
Gegnerinnen waren die bereits aus dem Vorrundenremis bekannten kampfstarken Mädchen aus der Möwensee-Grundschule  (Wedding).
Brütende Hitze war angesagt und bereits morgens um acht suchten alle den Schatten. Mitgereist waren gleich mehrere Schulklassen der Zinnowwald-Grundschule sowie ehemalige Spielerinnen, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer, die zusammen eine lautstarke und bunte Kulisse bildeten.
Da auch die Gegnerinnen ihre Fans dabei hatten, konnten die Mädchen ganz ungewohnt vor vollen Tribünen spielen, was den Ehrgeiz zusätzlich anstachelte.

Technikprüfung endet unentschieden
Bevor es mit dem eigentlichen Match losgehen konnte, musste ein Technikteil bestanden werden. Beide Teams hatten zeitgleich 3 Übungen zu absolvieren. Wer daraus als Sieger hervorgehen sollte, würde mit einem Tor Vorsprung ins Match starten. Über den Sinn und Unsinn eines solchen Einstiegs in ein Finale lässt sich sicher streiten. Vor Ort waren sich alle Anwesenden einig: abschaffen!

Doch soweit ist es (leider) noch nicht und deshalb mussten die Mädchen ran. Den ersten Teil, das Dribbeln um Hütchen, gewannen unsere Mädchen mit weitem Vorsprung. Beim Zupassen waren dann die Gegnerinnen schneller. So gab es vor der letzten Prüfung einen Punktgleichstand. Spannung pur bei allen Beteiligten.

Im letzten Technikteil mussten je zwei Mädchen aus den Teams gleichzeitig aus zehn Metern Abstand den Ball direkt ins (halbe) Tor befördern. Von zehn Torschüssen gingen acht rein – beim anderen Team war es genauso. Damit war das, was sich heimlich alle gewünscht hatten, nämlich einen fairen und ausgeglichenen Start ins Spiel zu haben, erreicht. Mit 1:1 (oder 0:0) konnte das dreiköpfige Schiedsrichterteam das Meisterschaftsduell, lautstark unterstützt von den Rängen, anpfeifen.

Starker Beginn der Zinnowwaldschule
In der ersten Halbzeit war die Zinnowwaldschule eindeutig die überlegenere Mannschaft. Cara konnte gleich in Minute zwei und drei gut platzierte Freistöße nach missglücktem Abschlag der Gegnerinnen vors Tor schlagen und Melina hatte in der fünften Minute die erste Riesenchance zum erfolgreichen Abschluss. Anders als im Halbfinale war die Zielsicherheit dieses Mal jedoch nicht ganz so hoch. Einen Supertorschuss von Xenia in Minute 11 konnte die reaktionsschnelle Möwenseetorfrau abwehren.

Und gleich darauf gab es nach einer von Cara getretenen Ecke wieder Möglichkeiten für Melina: Außennetz. Auch ein von Cara platzierter Torschuss aus der Distanz fand sein Ziel nicht ganz. In Minute 17 bewahrte unsere Torfrau Antonia ganz großartig das 0:0 und gleich darauf gab es auf unserer Seite des Platzes lauten Jubel.

 

Tor in Minute 17

Xenia konnte im Strafraum einen Zweikampf für sich entscheiden und das Leder endlich zwischen den beiden Torpfosten unterbringen. Die 1:0 Führung war hoch verdient. Um den Sack zuzumachen, stürmten unsere Mädchen unentwegt weiter und erarbeiteten sich kontinuierlich eine Chance nach der anderen. Der starke Abwehrblock mit Chefin Cara und Josefine und Rosa an den Flügeln ließ zudem die Gegnerinnen einfach nicht zum Zuge kommen. Lediglich Standardsituationen wie Ecken und Freistöße wurden unserem Team gefährlich. Schlussfrau Antonia war aber immer verlässlich und souverän zur Stelle. Das Mittelfeld mit Xenia in der Zentrale, Clara und Johanna  an den Seiten sowie den Einwechselspielerinnen  Felicia, Charlotte und Maren bereiteten Angriff um Angriff vor und bediente Sturmfrau Melina, die sich ein ums andere Mal durch die nun fest hinten drin stehenden gegnerischen Reihen dribbelte. Das heiß ersehnte zweite Tor wollte aber einfach nicht fallen. In der letzten Minute der ersten Halbzeit vergab Xenia dann noch die Chance, die Führung auszubauen und schoss einen Freistoß in Strafraumnähe weit übers Tor.

Zweite Halbzeit mit Glück
Wie schon im Halbfinale wechselte Coach Jörg Beyer zur zweiten Hälfte die Torfrauen aus. Marielies kam für Antonia und diese ging auf die rechte Außenbahn im Mittelfeld. Die Aufgabe: Noch mehr Zug zum Tor und die Gegnerinnen von vorne herein aus der eigenen Hälfte heraus halten. Doch gleich in den ersten drei Minuten nach Wiederanpfiff wurde es mehrfach brandgefährlich. Minute 31 brachte einen Freistoß wegen Handspiels, darauf folgte eine Ecke, die Marielies gut parieren konnte. Doch das große Zittern kam erst noch: versehentliches Handspiel von Antonia im Strafraum. Das ganze Stadion hielt die Luft an: Neunmeter! Die Gegnerin legte sich den Ball zurecht – und verschoss. Weit ging der Ball übers Tor. Glücklicherweise.

Das Möwenseeteam machte nun deutlich mehr Druck und unsere Mädchen hatten alle Hände voll damit zu tun, die Angriffe abzuwehren. Auch die große Hitze forderte zunehmend ihren Tribut. Darunter litten Spielaufbau und Zusammenspiel. Das was das Halbfinale so ansehnlich gemacht hatte, kam nun deutlich weniger zum Tragen. Die Folge waren viele Einzelaktionen vor allem im Mittelfeld, die allerdings nicht vom Erfolg gekrönt waren.

 

Den hatten insbesondere Xenia und Melina immer wieder auf dem Fuß, aber auch die Gegnerinnen hätten zu diesem Zeitpunkt eigentlich einen Treffer „verdient“ gehabt. Man sah aber deutlich, dass unsere Mädchen nun ihr Ziel, die Führung zu halten, eisern verteidigten: So wurde kein Ball als verloren betrachtet und immer weiter gekämpft. Nicht unbedingt immer schön, aber erfolgreich. Clara, Josefine, Johanna, Charlotte, Maren, Rosa schafften es, sich den Gegnerinnen immer rechtzeitig entgegen zu werfen. Und ging doch einmal ein Ball verloren, stand Cara verlässlich und omnipräsent im hinteren Drittel, um alle Vorstöße zu vereiteln.
Je näher das Spielende rückte, desto mehr bangten vor allem die Zuschauenden. Denn jeder weiß ja, dass beim Fußball noch in der letzten Sekunde Überraschungen möglich sind. In der sechzigsten Minute hielten alle die Luft an, als es nach einer gegnerischen Ecke nochmals heftiges Gewuhle vor unserem Tor gab. Marielies setzte sich glücklicherweise durch und verhinderte den Ausgleichstreffer. Trotz der nun schon längst unerträglichen Hitze wurden alle Formalia eingehalten und noch ein wenig länger gespielt. Sekunden vor dem Abpfiff hatte dann unsere jüngste Spielerin, Maren, das zweite Tor auf dem Fuß. Völlig frei vor dem nahezu leeren Tor war die Aufregung dann aber doch zu groß und das Leder rollte ins Toraus.

Endlich Abpfiff: die Mädchen der Fußball-AG sind Berliner Meisterinnen. Die Fangemeinde strömte aufs Spielfeld und alles jubelte, trötete, sang, freute sich. Allen voran der Trainer Jörg Beyer. Denn wer hätte zu Schuljahresbeginn von diesem Erfolg zu träumen gewagt?

Eine Siegprämie war ihm sicher: Ein von Müttern und Lehrerinnen liebevoll gestrickter Fanschal und ein handsignierter Fußball werden ihn jetzt immer begleiten.

Und auch die Mädchen erhielten neben Pokal, Urkunde und Medaillen in der Kabine noch eine ganz besonders liebenswerte Überraschung: Ihre Vorgängerinnen in der AG empfingen sie mit lauter Siegesmusik und selbstgemachtem Fußballkuchen.

Berliner Meisterinnen sind: Antonia, Cara, Charlotte, Clara, Felicia, Johanna, Josephine, Maren, Marielies, Melina, Rosa und Xenia.

Bericht und Fotos: Elke Biester

 

 

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