„Gemeinsam spontan überraschen“

TUSCH – Theaterprojekt 2007/08

Leitung:         Regina Fabian, Billa Christe (Schauspielerinnen)
                        Kristine Schreiner (Lehrerin)

Die Theater-AG der Zinnowwaldschule bestand in diesem Schuljahr aus 27 Kindern der 4. – 6. Klassen. Zunächst wurden in wöchentlichen Probenterminen von 90 Minuten spielpädagogische Grundlagen geschaffen, auf das Zusammenwachsen der Gruppe geachtet und mit viel Freude theatralisch experimentiert. Die Einstudierung eines vorgegebenen Stückes war nicht Ziel der Arbeit. In der Adventszeit entstanden jedoch selbst ausgedachte Weihnachtssketche, die der Schulöffentlichkeit gezeigt wurden.

Im Januar begann dann in enger Kooperation mit zwei Schauspielerinnen der  „Gorillas“ eine produktorientierte Probenarbeit, deren Kernstück eine Projektwoche war. Ziel war eine Improvisationstheater-Show, die dann zur TUSCH-Festwoche Anfang März erfolgreich aufgeführt wurde. Mit einer Aufführung im Ratibortheater vor Eltern und Freunden der Schule erlangte das Projekt schließlich einen krönenden Abschluss.

 

Beschreibung der Inszenierung

Die Kinder wurden an das Theaterspiel mit den Mitteln der Improvisation herangeführt. Sie lernten, eigene Szenen zu entwickeln und bildeten ihre Fähigkeit aus, Geschichten spontan in Kleingruppen zu erzählen.

So entstanden sieben verschiedene Szenen, die von den Schülern abwechselnd anmoderiert wurden und deren festgelegte Folge den Rahmen für den Ablauf der Show bildete. Wie im Improvisationstheater üblich, spielten die Schüler/innen die Szenen spontan nach den Vorschlägen der Zuschauer. Zu Beginn erläuterten sie dem Publikum den interaktiven Charakter dieser speziellen Theaterform und probten das Reinrufen von Vorschlägen. Für die dann folgenden Szenen ließen sich die moderierenden Schüler jeweils Ideen von den Zuschauern geben. In der ersten Sequenz spielte zum Beispiel ein realer Gegenstand aus dem Publikum (Schal, Brillenetui usw.) die Hauptrolle. Weitere Darstellungen umfassten erzählerische Spielformen wie das Ein-Wort-Interview mit fünf Spielern, den improvisierten Reisebericht als Diavortrag sowie die Sportmoderation. Bei anderen Improvisationen stand das szenische Spiel im Vordergrund, so z.B. beim Blick auf eine Kinovorstellung oder bei der Parkbank-Szene, in der unterschiedliche, vom Publikum ausgewählte Charaktere aufeinander trafen. Auch beim Marionettenspiel  agierten die Schauspieler nach einer Vorgabe der Zuschauer und entwickelten Geschichten mit unvorhersehbarem Verlauf. Das Publikum beteiligte sich während der gesamten Aufführung mit Vorschlägen und gestaltete so den Inhalt der Improvisationen mit.

Da den Grundschülern das spontane Spiel leicht fiel und sie sehr fantasievoll improvisierten, wurde der Fokus bei der Probenarbeit auf das Zusammenspiel und die Vermittlung dramaturgischer Kenntnisse gesetzt. Sie trainierten beispielsweise den Ablauf einer Szene in drei Schritten und improvisierten Geschichten mit Hilfe dramaturgischer Bausteine (positiver Beginn – Konflikt/ Hindernis – Lösung/ Ende).

Ein wesentliches Element des Improvisationstheaters ist das Akzeptieren der Spielangebote der Partner. Dies fiel den Schülern zu Beginn größtenteils schwer, da jeder auf seiner Idee beharren wollte. Mit der Zeit entwickelte sich bei ihnen jedoch ein Verständnis, dass eine abwechslungsreiche Szene oder Geschichte nur durch unterstützende Zusammenarbeit entstehen kann. Das „Ja“  wurde mehr und mehr Bestandteil der Improvisationen.

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